Stadtwerke warnen vor Geschäften an der Haustür
Vertreter eines Anbieters verunsichern Bürger mit neuen Stromlieferverträgen
Schwarzenberg. Mit einem neuen Stromliefervertrag viel Geld einzusparen - diese Hoffnung wecken derzeit wieder verstärkt Vertreter eines Anbieters bei Leuten in der Schwarzenberger Region. Dabei wird versucht, die Angesprochenen unter einen angeblich vertragsbedingten Termindruck zu setzen und sie mit tollen Spar-Verheißungen gleich an der Haus- oder Wohnungstür zu Geschäften zu überreden.
"In den vergangenen Tagen haben sich wiederholt verunsicherte Bürger bei uns gemeldet und nachgefragt, vor allem Bewohner aus dem Stadtteil Sonnenleithe", bestätigte am Mittwoch Bernd Kühnscherf, Geschäftsführer der Schwarzenberger Stadtwerke. "Die Leute berichteten, dass Mitarbeiter eines Stromanbieters sie gleich an der Tür zum Nennen ihrer Abrechnungsdaten und zum Abschluss eines neuen Stromliefervertrages gedrängt hätten. Besonders dreist war, dass dabei teilweise vorgetäuscht wurde, im Auftrag der Stadtwerke zu handeln."
Wie schon in früheren Fällen dieser Art wurden hohe Einsparungen versprochen. "Die aber haben sich in den vergangenen Jahren im Nachhinein oft als erhebliche Mehrkosten herausgestellt", so Kühnscherf. "Die Stadtwerke Schwarzenberg warnen eindringlich davor, Energielieferverträge unter Druck und zwischen Tür und Angel abzuschließen. Wir verweisen auf das Recht der Kunden, im Fall eines Abschlusses das gesetzliche Widerrufsrecht zu nutzen."
Zumal sich laut Meldung im "Handelsblatt" vom 14. Mai auf dem Energiemarkt der nächste Krisenfall abzeichnet. Nach der Teldafax- und der Flexstrom-Pleite überprüfe die Bundesnetzagentur den Billiganbieter Care-Energy per Ordnungswidrigkeitsverfahren. Noch im Mai stehe zudem ein Gerichtsverfahren wegen nicht gezahlter staatlicher Energieabgaben an. Experten fürchten, dass hier bei einer Insolvenz erstmals für viele Kunden tatsächlich ein Stromausfall droht. Die gesetzliche Ersatzversorgung würde in dem Fall wegen rechtlich fragwürdiger Geschäftsmethoden nicht greifen.
Service
Betroffene Kunden können sich bei den Stadtwerken, Ruf 03774 152033, melden.
erschienen am 15.05.2013 (Von Frank Nestler)