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Bienenschutz – wichtiger denn je

Das Thema des Bienensterbens ist in den Medien omnipräsent. Bienen sind durch Monokulturen in der Landwirtschaft und dem übermäßigen Einsatz von Pestiziden und Insektiziden stark bedroht. Statt artenreichen Wiesen finden sie nur noch kurz gehaltene Rasenflächen in heimischen Gräten oder riesige Felder mit so genannten Hochertragssorten, die kaum Pollen oder Nektar bieten. Dadurch müssen sie immer weiter fliegen, um an Nahrung zu kommen – manche Bienenvölker verhungern so über den Winter, weil sie nicht ausreichend Nektar einlagern konnten.

Und: Das Bienensterben hat nicht nur Auswirkungen auf ganze Ökosysteme, sondern auch auf das, was auf unseren Tellern landet, schließlich werden die meisten Obst- und Gemüsesorten durch Insekten bestäubt.

 

Regionalität – auch bei den Bienen

Uns war also klar: Hier müssen wir einen aktiven Beitrag leisten. Schnell war ein regionaler Imker gefunden, mit dem wir kooperieren konnten, immerhin ist beim Halten von Bienen viel zu beachtet. Neben Formalien (bspw. die Anmeldung des Volkes beim zuständigen Veterinäramt) brauchen die Bienen auch Behandlungen gegen die Varroamilbe oder eine Auffütterung zur Vorbereitung auf den Winter. Und natürlich muss auch der Honig irgendwo fachmännisch verarbeitet werden.

Kai Schulze vom „Bienentau“ aus Walthersdorf bringt dabei nicht nur jahrelange Erfahrung mit, sondern ist auch Imker aus Leidenschaft.

 

Bienentau – die Erlebnisimkerei

Seit 2015 kümmern sich Susan und Kai Schulze um Millionen Bienen, und das bereits in dritter Generation. Sie half schon als Kind bei den Eltern mit, er wurde nach der Hochzeit „gestochen und infiziert“ mit dem Imkervirus.

Die Bienen der Familie Schulze schwirren nicht nur in heimischen Gefilden herum: Jährlich werden sie vor allem von Obstbauern ‚gemietet‘, damit die Blüten von Apfel, Pflaume und Co. im Frühjahr ordentlich bestäubt werden.

In den Hofläden in Walthersdorf und Annaberg gibt es nicht nur verschiedene Honigsorten. Neben Bienenwachskerzen findet man auch Bonbons, Honigliköre und Pflegeprodukte wie Cremes und Seifen. 

 

Eine Blumenwiese für alle Insekten

Seit Oktober 2018 schmücken nun zwei Bienenstöcke die Wiese vor dem Blockheizkraftwerk der Stadtwerke im Stadtteil Sonnenleithe.

Damit sich die beiden Völker – zusammen rund 100.000 Bienen – in ihrer neuen ‚Heimat‘ noch etwas wohler fühlen, entstand auf der Wiese vor dem BHKW ein kleines Blumenparadies. Zusammen mit den Vorschülern der KITA Sonnenschein aus Sonnenleithe pflanzten Stadtwerke-Mitarbeiter einen Vormittag lang Wildblumen, Lavendel, Fetthenne und Männertreu. Pflanzen, die dank ihres Nektar- und Pollenreichtums eine gute Nahrungsgrundlage für alle Insekten bieten.

Wenn auch Sie Ihren Balkon oder Ihren Garten so gestalten möchten, dass sich heimische Insekten wohl fühlen, dann scrollen Sie nach unten oder schauen Sie auf der rechten Seite: Dort haben wir eine kleine Liste mit Pflanzen angelegt, an der Sich orientieren können!

 

 

Kleine Bienenkunde

Klar, in der Grundschule haben wir alle etwas über Bienen gelernt. Dass es eine Königin gibt, wissen die meisten noch. Aber wie sieht es mit dem Rest aus?

 

Tausende fleißige Helferlein

Das Bienenvolk funktioniert als großer, gemeinschaftlicher Organismus, in der jede Biene eine spezielle Aufgabe hat. Alles ist strukturiert und durchorganisiert. Während des Sommers leben in einem Volk bis zu 50.000 Bienen, im Winter deutlich weniger. Sommerbienen werden nur wenige Wochen alt, während die Winterbienen bis zu 9 Monate leben können.

 

Die Bienenkönigin

Die Bienenkönigin ist die einzige, weibliche Biene, die sich vermehren kann. Von ihr gibt es jeweils nur eine pro Stock.

Das Ei der Königin wird in eine größere Wabe gelegt, als die der anderen Bienen. Nach einem Tag schlüpft die Larve, die sich nach 7 Tagen verpuppt. Nach insgesamt 16 Tagen schließlich schlüpft die fertige Bienenkönigin, die zumeist die noch verpuppten ‚Konkurrentinnen‘ in den Nachbarwaben als erste Amtshandlung tötet.

Die Königin wird ihr ganzes Leben lang von Gelee Royal ernährt. Dieses „königliche Sekret“ wird in speziellen Drüsen von sehr jungen Bienen produziert und sorgt dafür, dass aus einer normalen Larve eine Bienenkönigin wird, die 50 Mal länger lebt als Arbeiterinnen und am Tag 2000 Eier legen kann – das Vielfache ihres Eigengewichts.

Erkennbar ist die Königin an ihrem langen Hinterleib und den kurzen Flügeln. Sie kann bis zu 5 Jahre alt werden.

 

Die Arbeiterinnen

Die meisten Bienen im Staat sind Arbeiterinnen. Sie schlüpfen nach 21 Tagen aus ihrer Wabe und sind im Laufe ihres Lebens quasi ‚Mädchen für alles‘, denn sie durchlaufen verschiedene Abschnitte.

Die ersten 10 Tage ihres Lebens verbringen sie als so genannte Ammenbienen, die für die Körper- und Wabenpflege zuständig sind und die Brut füttern. Anschließend erfolgt ihr Aufstieg zur Baubiene, sie bauen also mithilfe des Wachses aus ihren Drüsen die Waben des Stocks und nehmen gegen Ende dieser Phase auch schon Pollen und Nektar entgegen. Um die Temperatur konstant zu halten, fächeln sie mit ihren Flügeln an heißen Sommertagen kühle Luft in den Bau.

Im dritten Abschnitt ihres Lebens, ungefähr zwischen dem 19ten und 21sten Tag, werden sie zur Wächterbiene, die das Flugloch des Bienenstocks bewachen. Die Giftdrüse ist nun voll entwickelt und kann zum Einsatz kommen, wenn Wespen oder Hornissen dem Bau zu nahekommen.

Am Ende ihres Lebens steigt die Arbeitsbiene zur Sammelbiene auf. Das sind schlussendlich die, die wir in unserem Garten zu Gesicht bekommen, wo sie eiweißhaltige Pollen an ihrem Sammelbein aufnehmen und den zuckerhaltigen Nektar und Wasser in ihrer Honigblase sammeln.

 

Die Drohnen

Drohnen sind die einzigen männlichen Bienen. Sie schlüpfen erst nach 24 Tagen aus unbefruchteten Eiern. Von ihnen gibt es ca. 1.000 Stück pro Stock. Sie sind größer als Arbeiterinnen, aber kleiner als die Königin.

Die einzige Aufgabe der Drohnen besteht aus der Befruchtung der Königin. Dies geschieht einmal pro Tag außerhalb des Stockes. Ansonsten werden sie von den Arbeiterinnen gefüttert und haben keine weitere Aufgabe. Gegen Ende der Saison im Spätherbst werden die Drohnen aus dem Stock gejagt, da sie dann nicht mehr zu gebrauchen sind.

 

Bienenblumen – bienenfreundliche Pflanzen für Ihren Garten

Bienenschutz ist wichtiger denn je. Das Gute ist: Jeder mit einem Garten oder einen Balkon kann einen kleinen Beitrag leisten, damit es unseren heimischen Bienen wieder besser geht. Dafür sollte man einfach darauf achten Blumen zu wählen, die den Insekten auch Pollen und Nektar bieten. Bevorzugen Sie dafür ungezüchtete Blumen; sogenannte „gefüllte Blüten“ enthalten keine Pollen und darum auch keine Nahrung für Bienen, Hummeln und Co.

 

Wir haben hier eine kleine Liste für Sie zusammengestellt, an der Sie sich orientieren können, wenn Sie Ihren Balkon und Garten bienenfreundlicher gestalten möchten.

 

Frühling

 

Name

Bild

Pflegehinweis

Krokusse

Bevorzugen sonnigen Standort ohne Staunässe, Pflanzzeit ist von Oktober bis November; die Blätter sollten nach der Blüte nicht gleich entfernt werden

Hyazinthen

Bevorzugen einen sonnigen, warmen und geschützten Standort mit nicht zu feuchtem Boden

Maiglöckchen

Bevorzugt einen halbschattigen bis schattigen Standort mit einem feuchten, humusreichen Boden

Achtung: giftig!

Goldlack

Bevorzugt einen vollsonnigen, geschützten Standort und durchlässige, kalkhaltige Böden

Achtung: giftig!

Stachelbeere

Bevorzugen einen etwas geschützten Standort (bspw. unter größeren Gehölzen) und lockeren, humusreichen Boden, der nicht zu trocken sein darf; sie sollten regelmäßig geschnitten werden

Johannisbeeren (rote und schwarze)

Haben keine hohen Ansprüche an den Boden und bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte

 

Sommer

 

Name

Bild

Pflegehinweis

Mohn

Bevorzugt einen sonnigen, warmen Standort mit durchlässigem Boden

Kornblume

Bevorzugt sonnig bis absonnige Plätze mit nährstoffarmen Böden

Kamille

Bevorzugt warme, sonnige Standorte und Böden ohne Staunässe

Lupinen

Brauchen für eine ausgeprägte Blüte offene, sonnige Standorte ohne Staunässe

Lavendel

Bevorzugt warme, sonnige Standorte mit nährstoffarmen Böden, muss regelmäßig geschnitten werden

Schafgarbe

In verschiedenen Farben erhältlich, bevorzugen einen sonnigen Standort und einen durchlässigen, sandigen Boden

Akelei

In verschiedenen Farben erhältlich, bevorzugt halbschattige Standorte und einen mäßig feuchten Boden ohne Staunässe

Achtung: giftig!

Wilde Malve

Aufgrund stattlicher Größe nur für größere Gärten geeignet, bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte und einen durchlässigen Boden

Ringelblumen

Bevorzugen einen vollsonnigen, leicht lehmigen Standort

Männertreu

Je sonniger der Standort, desto mehr Blüten werden ausgebildet; der Boden sollte gleichmäßig feucht ohne Staunässe sein; es gibt hängende und stehende Sorten

Kapuzinerkresse

Eignet sich als Bodendecker, klettert aber auch an Rankhilfen in die Höhe, bevorzugt einen vollsonnigen Standort und mäßig nährstoffreichen Boden für besonders viele Blüten

 

Herbst

 

Name

Bild

Pflegehinweis

Sonnenhut

Sollte auf vollsonnigen Plätzen mit feuchtigkeitsspeicherndem Boden gepflanzt werden

Verbene, Eisenkraut

Bevorzugen sonnigen und warmen Standort mit gut durchlässigem, leicht saurem Boden

Fetthenne, Mauerpfeffer

Bevorzugen sonnigen Standort und wenig Wasser

Phacelia („Bienenfreund“)

Gedeihen auf vollsonnigen Plätzen ohne Staunässe

Achtung: Stängel können Allergien auslösen

Astern

In verschiedenen Farben und Größen erhältlich, bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte (je nach Sorte)